Über uns - Vita

 
 

"Odyssee durch die europäische Therapienlandschaft"

Ich wurde am 02.02.1965 in Otterndorf als zweiter Sohn einer völlig "normalen" Familie geboren. Nichts deutete bei meiner Geburt darauf hin, dass mein Leben von einer Sprachbehinderung bestimmt sein würde.

Im Alter von 2 bis 3 Jahren begann meine Sprachbehinderung offensichtlich zu Tage zu treten: ich stotterte. Meine besorgten Eltern zerrten mich zum ersten Logopäden, der meinen Eltern nach knapp einem Jahr wöchentlicher Therapiestunden mitteilte, er könne mir nicht helfen.

Man begann, an meiner Intelligenz zu zweifeln und schickten mich zum IQ-Test. Nach drei Test-Wiederholungen mit identischem überdurchschnittlichen Ergebnis hoffte man, mein Stottern würde sich vielleicht während der Schulzeit legen und schickte mich auf eine normale Schule. Doch durch die bewusste Ausgrenzung aus der Klassengemeinschaft wurde mein Stottern eher schlimmer.

Meine Eltern suchten alternativen Rat und ließen mich von verschiedenen bärtigen Wunderheilern hypnotisieren. Ein teures, aber ebenso ergebnisloses Unterfangen.

Mit 10 Jahren schickten meine Eltern mich ins Internat: das Sprachheilheim Bad Salzdetfurt war für die nächsten zwei Jahre mein zu Hause. Fünf Logopäden, drei Spracherzieher und zwei Psychologen scheiterten an meinem Problem: ich stotterte, heftiger denn je.

Nach der Rückkehr ins Elternhaus wurde ein Psychologe konsultiert. Der behandelnde Professor legte meinen Eltern nahe, meine musikalischen Aktivitäten zu unterbinden, da diese angeblich das Stottern fördern würden. So musste ich schmerzhaft von dem "Sprachrohr" Abschied nehmen, das mir geblieben war und in dem ich mich mittlerweile souverän ausdrücken konnte.

Mit 14 Jahren ging es diesmal in eine weitere Spezialeinrichtung:
Gebucht wurden acht Wochen Therapie in der Burghofklinik Rinteln.
Eine leichte Verbesserung war für meine Eltern Anlass genug, mich zwei Jahre später noch mal hin zu schicken. Die sehr bemühten Psychologen, Musik- und Sprachtherapeuten versuchten es wieder mit Hypnose, autogenem Training, Einzel- und Gruppentherapie. Ohne durchschlagenden Erfolg. Und brachten mir schließlich bei, flüssig im Beat zu sprechen: A-ber - ich - wol-lte - kein - Ro-bot-ter - sein.

Zwischendurch führte uns die Suche nach Hilfe in die Schweiz. Im Züricher Universitätskrankenhaus eröffnete uns ein Arzt ,dass Stottern in dieser Form nicht heilbar sei und dass diese Form des Stotterns 95% aller Stotterer betrifft.

Ich war jetzt 17 Jahre alt und verzweifelte: niemand schien mir helfen zu können. Konsultationen mehrerer Psychologen folgten. Unterschiedlichste, teilweise überaus skurrile Diagnosen erfolgten. Ein Japaner diagnostizierte z.B. schwere Reinkarnationsprobleme...

Ich versuchte weitere alternative Heilungsmethoden, aber nach diversen teuren und schmerzlichen Akupunktursitzungen und einer ziemlich hoffnungslosen Bachblüten-Therapie gab ich diese Richtung wieder auf.

Die Abstände, in denen ich aktiv nach einer Heilung suchte, wurden immer länger. Trotzdem konnte ich mich mit meinem Schicksal nicht abfinden. Mit 22-23 fing ich erneut an, Logopäden zu konsultieren - ohne Erfolg.

Mit 30 Jahren meldete ich mich bei einer achtwöchigen "Tomatistherapie" an und wurde ermutigt durch kleine Erfolge. Aber meine Krankenkasse verweigerte jegliche Kostenübernahme. Statt die Besserung zu unterstützen, schlug man eine Teilnahme am Seminar "Mit Freude stottern" in einer Selbsthilfegruppe vor.

In den nächsten Jahren versuchten wieder diverse Heilpraktiker ihr Glück. Ohne Erfolg.

Mit 36 Jahren erfuhr ich von einer Methode, die angeblich einige Stotterer zu 100% geholfen haben sollte. Mit Glück erhielt ich einen Therapieplatz und lernte dort eine Methode kennen, bei der ich mein eigener Therapeut sein konnte. Es war der letzte Baustein den ich, neben vielen anderen Bausteinen, auch im SWT-Institut anwenden werde.

Nach 36 Jahren des Stotterns habe ich mich dort für ein neues Leben entschieden. 12 Monate später hatte ich meine Störung vollständig überwunden.

zwerchfell

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