Der Blog zum Thema Stottern

Kinder dürfen stottern (KIDS)…müssen aber nicht dabei bleiben!

Liebe Eltern,

natürlich dürfen Kinder stottern.
Warum heißt ein Programm einer Stottertherapie jedoch „Kinder dürfen stottern“, wenn Ziel einer Therapie die Ermöglichung oder Beschleunigung einer starken Verbesserung, oder Heilung sein sollte? Andererseits ist es doch fast selbstverständlich, dass Kinder stottern dürfen. Die Liebe der Eltern umhüllt sie mit allen Aspekten ihres Daseins. Natürlich dürfen Kinder auch krank sein, kleckern, mal laut sein. Wer würde das infrage stellen.
Die Reaktion der Umwelt ist jedoch immer ein entscheidender Faktor in der Entwicklung der Kinder. Und da scheiden sich nun die Geister.

Die Akzeptanz, das liebevolle Annehmen ist die grundlegende Voraussetzung für jegliche Veränderung. Deshalb ist der Standpunkt des SWT- Instituts :
Kinder dürfen stottern, müssen aber nicht dabei bleiben. Gerade für Kinder im Alter von 5 – 12 Jahren, auf die das oben genannte KIDS Programm zugeschnitten ist, haben diesbezüglich die besten Chancen. Das sage ich Ihnen aus eigener Erfahrung als ehemaliger Stotterer, der sich nicht damit abfinden konnte, ein lockeres Stottern als größtmögliche Verbesserung zu akzeptieren. Die Erfahrungen der letzten 19 Jahre im SWT- Institut untermauern meine persönlichen Einsichten und bieten nicht nur Kindern dieser Altersgruppe ein fundiertes und erprobtes Konzept zur nachhaltigen Überwindung des Stotterns.

Wenn Ihr Kind krank ist, wünschen Sie sich Heilung. Wenn Ihr Kind in der Schule schlechte Noten schreibt, oder gehänselt wird, wünschen Sie sich Verbesserung. Würde jemand zu Ihnen sagen: Sie müssen damit jetzt einfach leben und sich arrangieren, so würden Sie protestieren. Es ist nur natürlich, dass wir uns immer das Beste wünschen, das Maximum. Unsere Lebensenergie und Begeisterung schwinden schnell, wenn wir zu viele Kompromisse machen. Das ist nicht unser Ziel.

Deshalb habe ich die Vision, allen stotternden Menschen eine Tür zu öffnen, um sich durch Training und eine gewisse Disziplin, ein stotterfreies Leben aufzubauen.

Anmerkung zum KIDS Programm:
Es soll dem Kind vermittelt werden, dass es in Ordnung ist zu stottern. Leider sieht die Realität im zunehmenden Alter anders aus. Dadurch sollen sie selbstbewusstere Redner werden und erfahren sich als kompetent und akzeptiert. Wenn die Eltern mitstottern, wird sich jedoch ein Kind irgendwann wundern.
Im KIDS Programm ist die Rede von Hüpfwörtern, Froschwörtern und Schlangenwörtern. Dabei handelt es sich um Wörter mit Wiederholungen oder mit Dehnungen. Dieses Programm findet in den letzten Jahren mehr und mehr Zuspruch und Anwendung in Kindergärten und Schulen. Dieser „neue Weg“ erleichtert eventuell die Arbeit mit stotternden Kindern, aber es ist fraglich inwieweit ihnen selbst damit geholfen werden kann. Wir haben festgestellt, dass gerade Kinder in diesem Alter (5-12 Jahren) die allerbesten Chancen haben, da die Automatisierung sehr schnell vonstatten geht, schneller als bei Erwachsenen.

In Respekt gegenüber allen Ansätzen, die Hilfe für stotternde Menschen suchen,
Ihr Ole Bruns / SWT- Institut

Wie wir das Stottern betrachten – und es angehen. Unsere Philosophie.

Stottern - Stotterseminare und Stotterkurse für Kinder und Erwachsene beim SWT Institut Hamburg - Unsere Philosophie

Liebe Besucherinnen, liebe Besucher,

hier an dieser Stelle möchte ich ein paar Fakten rund um das Thema Stottern, und Allgemeines über Stottertherapien schreiben. Mehr als 800.000 (1 % der Bevölkerung) Menschen in Deutschland stottern. In der logopädischen Ausbildung wird nach Charles van Riper (1905- 1994) gelehrt. Herr van Riper war bis zu seinem Lebensende ein Stotterer. In den 40´er Jahren fing er an, seine Sprachtherapien zu entwickeln. Bis heute kam nichts Innovatives hinzu. So erklärt sich auch die Aussage, die Du wahrscheinlich auch schon gehört hast: „Wer einmal stottert, stottert, Du musst damit leben.“ Dieses ist ein Zitat von van Riper. Das Ziel der Logopädie ist also nicht Stotterfreiheit. Dieses wird meiner Meinung nach nicht ausreichend mit dem Patienten kommuniziert. Viele Institutionen arbeiten nach diesem Modell, vielleicht etwas modernisiert, teils computerunterstützt. In der logopädischen Behandlung erlernst Du folgende Punkte:

  • weicher Stimmeinsatz
  • paradoxe Intervention (mit Absicht stottern um so seine Angst davor abzubauen)
  • lockeres Stottern usw.

Bei Kindern kommen dann noch Froschwörter, Schlangenwörter und Pu-Wörter hinzu.

Kommt Dir das alles bekannt vor?

Ich habe in meiner 34- jährigen Stotterkarriere ähnliches erlernen müssen, es ist sehr schwer, dieses in sein alltägliches Leben zu integrieren, ist das nicht so?

Wir verfolgen hier im SWT- Institut aber ein ganz anderes Ziel: Dauerhaft stotterfrei zu sein und das ist wirklich möglich.

In meinem Beruf als Tonmeister, hatte ich die Gelegenheit viele hochbegabte Schauspieler beim Training zu beobachten. Ich lernte von ihnen, machte beim Training mit, und studierte auf diversen Workshops die professionellen Sprech- und Atemtechniken genauer. Mein Leben veränderte sich langsam aber radikal, vorher wortkarg wurde ich zum Sprecher. Ich hatte richtig Lust viel mit anderen zu sprechen, zu diskutieren. Ich besetzte das Sprechen positiv, nicht mehr negativ.

Ich beschloss, auch für Andere einen Weg aus dem Stottern zu finden. Mein eigener Therapeut gewesen zu sein, war ein guter Grundstein dafür, genügte aber noch nicht. Es galt, den eigenen Weg zu objektivieren: Was half nur mir, was hilft auch anderen?
Eine überraschende Entdeckung dabei: Nicht im therapeutischen Bereich fand ich die effektivsten Methoden, sondern in der professionellen Stimmbildung für Sprecher, Schauspieler und Moderatoren. Schauspieltraining ist im SWT-Institut ein wichtiger Baustein. Aber auch Verhaltenstherapeutische Maßnahmen müssen durchgeführt werden. Wir sehen und behandeln das Stottern ganzheitlich. Viele Bereiche decken die beiden exzellenten Schaupieler Ulrich Allroggen und Schauspielerin Sonja Hurani ab. Wir arbeiten überwiegend nach den Lehren von Frau Prof. Kristin Linklater, eine Koryphäe in Sachen Stimmbildung, Sprache und Ausdruck.
Aus diesem Fokus ergibt sich ein etwas anderer Umgang mit unseren Klienten: Wir betrachten das Stottern nicht als rätselhafte Störung oder gar als Mysterium. Das flüssige Sprechen ist einfach eine Aufgabe, die es neu zu erlernen gilt. Wir klären darüber auf, was genau im Körper geschieht wenn man Symptome zeigt. Unsere Gäste sind hinterher total begeistert und hätten die Ergebnisse nicht für möglich gehalten.
Ganz wichtig ist es auch zu wissen, warum sind die Rückfallquoten nach einer Stottertherapie so hoch? Nach jeder Therapie die absolviert wurde, gibt es große Fortschritte die aber schnell wieder versiegen. Das haben viele unserer Gäste und ich selbst so erlebt. Aber warum ist das so? Hier fließen die neusten wissenschaftliche Erkenntnisse der Hirnforschung ein. Was verbinden wir mit dem Stottern? Hier lernt der Kursteilnehmer sich besser kennen. Muster werden erkannt und verändert. Ist es nicht interessant zu beobachten, dass es immer Situationen gibt, wo selbst starke Stotterer fast stotterfrei sind? Mit anderen Worten, dass Potenzial fließend zu sprechen ist vorhanden. Es liegt also nicht an den inneren Organen. Das Problem muss und ist ein anderes.
Wir modifizieren dieses Training je nach Altersstufe. Ein ganz entscheidender Punkt ist es auch, in kleinen Gruppen zu arbeiten. Jeder der schonmal an einem Kurs teilgenommen hat, wo mehr als 5 Kursteilnehmer anwesend waren, kann da nicht mehr von einem intensiven Arbeiten sprechen. Hier ein kleines Beispiel: 20 Kursteilnehmer, die Vorstellungsrunde dauert ca. 2 Stunden. So ging es Tag für Tag. Ich habe es selber genau so erlebt. So stellen wir uns das nicht vor.
Stottern ist wie ein Fingerabdruck, es ist äußerst komplex, jeder ist anders. Genauso arbeiten wir hier auch, das bedeutet: keine 08/15 Therapie. Schüler und Studenten haben beispielsweise oft die Situation, dass sie Vorträge oder Referate halten müssen. Hier werden wir ganz intensiv dran arbeiten, Tipps und Tricks erlernen. Fast täglich geht es nach dem Unterricht raus auf die Straße, mit Verkäufern oder Passanten sprechen. Das macht sehr viel Spaß, wenn man weiß wie es geht. Wenn auf einmal das Sprechen positiv besetzt ist bzw. eben als etwas Positives empfunden wird, passiert etwas mit uns. Bisher war das Sprechen negativ besetzt, nun drehen wir den Spieß um.
Liebe Leserin und Leser, nun hast Du einen kleinen Einblick bekommen wie wir das Stottern angehen. Wie das im Einzelnen aussieht, findest du hier.

Stottertherapie – Welche hast Du schon gemacht?

 

Ich mache mal an dieser Stelle einen Anfang. Es gibt ja die unterschiedlichsten Stottertherapien. Irgendwann, auch vielleicht aus Verzweiflung, greift man zu alternativen Therapiemethoden. Ich bin wirklich gespannt auf eure Beiträge.

Bei mir waren es sehr, sehr viele. Damals gab es auch nicht wirklich viele Möglichkeiten. Aus heutiger Sicht muss ich sogar manchmal laut lachen, bei anderen muss ich leider nur den Kopf schütteln.

Mein Therapiemarathon begann schon recht früh. Logopäden gab es zu dieser Zeit noch nicht. Ich wurde, daran kann ich mich gut erinnern, nach der Schule zu einem Lehrer geschickt, der wohl behauptete mir helfen zu können. Ich musste Buchstaben verbal wiederholen die er mir vorgegeben hat. J

Mit 9 Jahren wurde ich in eine Einrichtung in Bad Salzdetfurt gebracht, dort blieb ich tatsächlich gut 1,5 Jahre. Diese Einrichtung gibt es heute noch, Sprachheilzentrum Bad Salzdetfurt. Dort steht das Wort „Heil“, aber „geheilt“, wurde niemand. Wir waren damals die ersten Kinder die dort wohnten. Ich habe aber trotzdem viel gelernt. Soziale Kompetenzen z.B.

Mit gut 16 Jahren, kam ich in die Burghof Klinik Rinteln. Eine Klinik für psychisch- somatische Erkrankungen. Unsere Gruppe bestand aus ca. 10 Leuten. Wir erlernten das „Silben- klopfen“. Für mich war das aber ein nicht gangbarer Weg. Ich stellte mir vor, ich müsste so in der Schule sprechen, auf´m Schulhof. Ich entschied für mich, dass nicht zu machen. Dort blieb ich 3 Wochen. Damals dachten meine Eltern, ich sei zu jung für diese Therapie. Mit 18, kam ich dort ein weiteres Male hin. Wir hatten auch Hypnosen und viele unterschiedliche Therapien (Musiktherapie usw). Vor noch nicht so langer Zeit, sah ich den Aktenordner meiner Eltern. Ich sah, was meine Eltern damals dafür bezahlt hatten, ich glaube, ich wurde kreidebleich J

Mit gut 20 Jahren, besuchte ich dann meine ersten logopädischen Praxen. Ich durchlief das „van Riper Programm“ lang und ausgiebig. Ich konnte mich aber nie damit anfreunden, dass ich für immer stottern müsse. Das klang so endgültig! Hilflos! Ich wusste intuitiv, es gibt einen anderen Weg, wusste aber natürlich zu diesem Zeitpunkt nicht, wie der Weg aussehen würde. Das kam dann Jahre später!

Ich besuchte auch noch eine alternative Therapie. Die sogenannte Tomatis- Therapie. Das ist eine Hörtherapie nach einem französischen HNO Arztes (der auch sehr umstritten war). Aber ich hatte dort anfänglich, hörbare Erfolge. Diese Therapie war sündhaft teuer. Puh. In den Benelux- Länder, gibt es die gratis J

Danach wollte ich keine Therapien mehr machen… wie es dann weiterging, steht ausführlich hier auf unserer Seite.

Bin nun super gespannt auf eure Erfahrungen!

Lieber Ole, liebe Interessierte!

Ich möchte diesen Blog erstmal nutzen, um mich zu bedanken und kurz vorzustellen.

Ich arbeite seit fünf Jahren mit Ole zusammen – anfangs als Sprachcoach mit zwei Stunden pro Seminar und inzwischen als „vollwertiger“ Trainer, der ganze Seminare abhält.

Mein größtes Manko ist sicher, dass ich selber keine Stotterer-Vergangenheit habe. Alles, was ich über Redeflussstörungen weiß, habe ich von Ole und von unseren Kunden gelernt. Und für diese Erfahrung bin ich unendlich dankbar.

Mir war nie klar, in wie viele Bereiche des Lebens diese Sprachstörung hineinreicht. Dass es zum Beispiel Stotterer gibt, die nach einem erfolgreichen Seminar erstmal ihren eigenen Geschmack wiederfinden müssen, weil sie auf der Speisekarte nicht nach dem gesucht haben, was sie mögen, sondern nach dem, was sie am einfachsten aussprechen können, das hätte ich nie gedacht. Stottern ist eine echte Bitch und das zeigt sich für mich unter anderem daran, dass viele Stotterer besonders mit dem Buchstaben Probleme haben, mit dem ihr eigener Name anfängt – keine Regel, aber eine auffällige Häufigkeit.

Mein „Zugang“ zum Stottern sind einerseits Oles Erzählungen, das Konzept, das er erarbeitet hat und das wir im SWT-Institut anwenden, meine eigenen Erfahrungen mit Sprechen vor Publikum und dem Umgang mit Lampenfieber und der direkte Kontakt mit immer mehr „Betroffenen“. Ich bin sehr dankbar für das Vertrauen, das mir schon so viele unserer Kunden entgegengebracht haben. Ich lerne so viel bei euch!

Gleichzeitig finde ich es auch wichtig zu betonen, dass Stottern zwar eine gemeine Sprachstörung ist, aber es kann eben auch ein Ansporn sein, sich selbst und sein Sprechen viel besser zu verstehen. Ich habe inzwischen oft erleben können, dass Menschen, für die Sprechen lange eine Qual war, endlich wieder Freude am Sprechen haben. Was für ein Privileg!

Danke Ole, dass du mich auf dieser Reise mitnimmst!

 

Liebe Blogleser,

 

zurzeit lese ich ein super spannendes Buch:

ATMEN von Jessica Braun:

„Wie die einfachste Sache der Welt unser Leben verändert“.

Ein wirklich tolles Buch, sehr kurzweilig geschrieben, wie wir finden. Kennt ihr das?

Auch in der Kampfsport Szene ist die Atmung das A und O. Oft wird aber die Atmung in vielen Bereichen total vernachlässigt. In der Medizin erlebt sie seit mehreren Jahren eine Renaissance. Viele die Yoga betreiben, können davon sicher ein Lied singen.

Auch wir arbeiten ja intensiv mit der Atmung. Habt ihr euch mal beobachtet, wie die Sprache in Kombination mit der Atmung funktioniert? Vielleicht beobachtet ihr, dass ihr unbeabsichtigt versucht mit der Einatmung zu sprechen.

Ich habe vor kurzem ein Buch gelesen: „Vorträge halten“. Das zweite Kapitel handelt nur von der Atmung. Als ich das las, dachte ich glatt, der spricht über das Stottern, aber nein, er spricht in diesem Buch Vortragsredner an. Ich finde das sehr spannend!

Was beobachtet Ihr an euch? Das würde mich mal sehr interessieren.

https://www.buecher.de/shop/gesundheit–medizin/atmen/braun-jessica/products_products/detail/prod_id/54524408/

Etwa 20.000 Mal atmet ein gesunder Mensch pro Tag. Doch Atem ist nur nur etwas, das nebenbei passiert. Wir können den Atem ausdehnen, synchronisieren, anhalten. Das macht ihn zu einer grandiosen Fähigkeit, über die viele von uns jedoch zu wenig wissen.

Jessica Braun schreibt in ihrem Werk:

Sie lässt ihren Atem analysieren, meditiert mit einem Guru, besucht ein Schlaflabor, trainiert mit Apnoetauchern und Biathleten und spürt dem ersten und dem letzten Atemzug nach. Sie zeigt, wie wir mit den richtigen Atemtechnik Körper und Geist beeinflussen und so unser Leben verändern können.

An anderer Stelle steht etwas sehr amüsantes:

Atmen bedeutet Leben. Ameisen tun es, indem sie den Kopf einziehen und die Brust breit machen. Elefanten saugen Luft durch die Länge ihres Rüssels. Manche Schildkröten atmen während der Winterstarre rückwärts, über ihre Kloake. Und noch vieles wissenswertes über unseren Atem steht in diesem großartigen Werk.

Auch in unserer Stottertherapie nimmt die Atmung einen hohen Stellenwert ein. Es ist immer interessant sich einer Sache von mehreren Seiten anzusehen. Zu studieren.

 

 

 


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